Guggenheim


Guggenheim
I
Gụggenheim,
 
amerikanische Industriellenfamilie, deren erstes bedeutendes Mitglied, Meyer Guggenheim (* 1. 2. 1828, ✝ 15. 3. 1905), 1847 aus der Schweiz ausgewandert, zunächst eine Importfirma für schweizerische Waren betrieb und sich dann mit der Philadelphia Smelting and Refining Company (gegründet 1888) im Bergbau und in der Hüttenindustrie engagierte. Mit seinen sieben Söhnen baute er die Gesellschaft zu einem der größten Unternehmen dieser Art aus, das dann 1901 mit der American Smelting and Refining Company fusionierte. Bekannt wurde v. a. sein Sohn Daniel Guggenheim (* 9. 7. 1856, ✝ 28. 9. 1930), der die erfolgreiche Guggenheim-Strategie entwickelte, d. h., er vereinigte die Erschließung, den Abbau und die Verarbeitung von Rohstoffen in einer Hand. Daniel Guggenheim ist auch Stifter der »Daniel and Florence Guggenheim Foundation« und des »Guggenheim Fund for the Promotion of Aeronautics«. - Weitere bekannte Mitglieder der Familie:
 
 1) Peggy (Marguerite), amerikanische Kunstsammlerin, * New York 26. 8. 1898, ✝ Venedig 23. 12. 1979, Nichte von 2); baute eine der bedeutendsten Privatsammlungen moderner Plastik und Malerei auf. 1941 ließ sie sich in New York nieder und eröffnete 1942 die Galerie »Art of this Century« mit Unterstützung von P. Mondrian und M. Duchamp sowie M. Ernst (Ȋ1941/42). Sie förderte besonders Mitglieder der Stijl-Gruppe sowie Vertreter des Surrealismus und des abstrakten Expressionismus. 1947 übersiedelte sie mit ihrer Sammlung in den Palazzo Venier dei Leoni in Venedig. 1976 bestimmte sie die Stadt Venedig zur Eigentümerin des Palazzos und die Solomon R. Guggenheim Foundation (New York) zu ihrer Erbin. Seit 1979 ist die Sammlung im Palazzo der Öffentlichkeit zugänglich.
 
 2) Solomon R., amerikanischer Unternehmer und Kunstsammler, * Philadelphia (Pennsylvania) 2. 2. 1861, ✝ Long Island (N. Y.) 3. 11. 1949, Onkel von 1); gründete 1937 in New York die »Solomon R. Guggenheim Foundation« zur Förderung abstrakter Kunst und eröffnete das »Museum of Non-Objective Painting«. Es bildete den Grundstock für eines der wichtigsten Museen für die Kunst des 20. Jahrhunderts, das Guggenheim-Museum, das in einem von F. L. Wright entworfenen Gebäude (1956-59) eingerichtet wurde; Erweiterungsbau (1988-92) nach Plänen von C. Gwathmey und R. Siegel; eine neue Zentrale des Guggenheim-Museums in New York soll nach dem Entwurf (2000) von F. O. Gehry entstehen. Größter Satellit des New Yorker Stammhauses ist das Guggenheim-Museum in Bilbao (1997 eröffnet; Entwurf von F. O. Gehry).
 
II
Gụggenheim,
 
1) Kurt, schweizerischer Schriftsteller, * Zürich 14. 1. 1896, ✝ ebenda 5. 12. 1983. Seine Romane und Erzählungen gestalten Schweizer Schicksale und Geschichte, am reifsten in dem vierbändigen Zyklus »Alles in allem« (1952-55). In den späten Werken verstärken sich die autobiographischen Züge. Seine persönlichen Aufzeichnungen veröffentlichte er unter dem Titel »Einmal nur - Tagebuchblätter« (3 Bände, 1981-84). Guggenheim schrieb auch Theaterstücke und Filmdrehbücher.
 
Weitere Werke: Romane: Entfesselung (1935); Riedland (1938); Die heimliche Reise (1945); Wir waren unser vier (1949); Der Friede des Herzens (1956); Salz des Meeres, Salz der Tränen (1964); Der goldene Würfel (1967); Minute des Lebens (1969); Gerufen und nicht gerufen (1973); Das Zusammensetzspiel (1977).
 
Erzählungen: Der heilige Komödiant (1972); Nachher (1974).
 
Sandkorn für Sandkorn. Die Begegnung mit J.-H. Fabre (1959).
 
 
A. Hauswirth: K. G. (Zürich 1971).
 
 2) Paul, schweizerischer Völkerrechtslehrer, * Zürich 15. 9. 1899, ✝ Genf 31. 8. 1977; seit 1930 Dozent am Institut universitaire de hautes études internationales in Genf, daneben Professor in Genf (1955-65) und Mitwirkender in verschiedenen internationalen richterlichen Organen. Von der Lehre H. Kelsens beeinflusst, befasste sich Guggenheim mit der Theorie eines positiven Völkerrechts unter Ausklammerung soziologisch-politischer und naturrechtlicher Aspekte.
 
Werk: Lehrbuch des Völkerrechts, 2 Bände (1948-51).

Universal-Lexikon. 2012.

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